Lasst uns erfreuen herzlich sehr...

16. Mai 2022
Quelle: Distrikt Österreich

Der Tag, der über dem Schlosspark von Jaidhof anbricht, verheißt einer der Maientage zu werden, deren Schönheit kaum in Worte zu fassen ist. Der Himmel strahlt im tiefsten Hellblau, die Luft ist klar und kühl, der Wald, der sich während des langen Winters nur in Brauntönen zeigte, hat sich nun in ein dichtes und sattes Hellgrün gekleidet, in den Wiesen finden sich gelbe und weiße Sprenkel von Löwenzahn und Gänseblümchen und ein hundertfacher Chor von Vogelstimmen rundet diesen prächtigen Anblick akustisch ab.    

Bei der Kapelle des hl. Joseph ist alles vorbereitet für das Hochamt, die Statue der Gottesmutter ist festlich mit Rosen geschmückt, die Kerzen am Altar sind schon entzündet und weißer Flieder schmückt die neue Statue des hl. Johannes von Nepomuk, die künftig ihren Platz in der Kapelle im Wintergarten des Schlosses haben wird. Sie wird uns eine Hilfe sein, unsere Bitten an den Heiligen zu richten, der präsent ist wie kein anderer in den Kirchen sowie auf den Brücken und Straßen unseres Landes.

Der Prior von Jaidhof, Pater Johannes Regele, nimmt den Ehrentag des „Brückenheiligen“, den wir alljährlich am 16. Mai begehen, vorweg und erinnert in der Predigt, dass dieser große Heilige des 14. Jahrhunderts nicht nur der Märtyrer des Beichtgeheimnisses ist, sondern auch der Patron der Tugend der Schweigsamkeit, einer Tugend, die in unserer Zeit vielfach verschwunden ist und durch ihr genaues Gegenteil, nämlich durch Geschwätz und Verleumdung verdrängt wurde. Diesen Heiligen sollten wir um seine Hilfe anrufen, wenn es gilt, zu schweigen, dort wo es angezeigt ist, und zu reden, wenn ein standhaftes Bekenntnis unseres Glaubens und der Wahrheit überhaupt gefordert ist.

In der Predigt ehrt Pater Regele auch die ehrwürdige Sr. Rosa Maria, die am heutigen Tag vor 69 Jahren mit ihrer feierlichen Profess endgültig ihr Leben Gott geschenkt hatte, nachdem sie fünf Jahre zuvor in den Orden eingetreten war. Nach längerer Krankheit kann sie heute wieder an einem Hochamt teilnehmen, was ihr eine außerordentliche Freude ist.

An diesem wunderbaren Tag soll aber vor allem die Muttergottes, die Maienkönigin geehrt werden, ihr ist ja dieser Monat ganz besonders gewidmet. Nach dem Schlußsegen der hl. Messe wird zunächst die neue Statue des hl. Johannes Nepomuk feierlich gesegnet und nach einer kurzen Maiandacht mit Ansprache beginnt die traditionielle Fatimaprozession zu Ehren der Muttergottes durch den Schlosspark. Die Bläsergruppe, die zuvor schon die Schubertmesse gespielt hatte, umrahmt nun auch die Marienlieder, die von den Gläubigen zwischen den Rosenkranzgesätzen gesungen werden.  Bei der Kapelle des hl. Johannes Nepomuk, die im Jahr 1742 errichtet wurde, erteilt Pater Regele den Segen mit der Reliquie des heute geehrten Heiligen und mit der Weihe an die Allerseligste Jungfrau Maria endet die Prozession bei der Josephskapelle.

Nach Beendigung der wunderschönen liturgischen Feiern  versammeln sich die Gläubigen im Jägersaal des Schlosses zu Speis und Trank und einem angeregten Austausch, bevor dann am frühen Nachmittag das Frühlingskonzert in der Bibliothek beginnt. Verschiedene Ensembles erfreuen uns mit österreichischer Volksmusik, aber auch mit klassischer Musik von W.A. Mozart, Joseph Haydn und Musikstücken aus Ungarn, Böhmen, Spanien und Frankreich sowie mit religiösen Liedern.

Wir sind erfüllt von der Schönheit dieses Maientages und reich beschenkt durch die liturgischen Feiern. So soll der Christ seinen Sonntag verbringen: Vor allem und immer zuerst den Sonntag zu einem Tag des Herrn zu machen, ihn zu heiligen, Gott die Ehre in der hl. Messe zu geben, danken für die empfangenen Gnaden der vergangenen Woche und Seinen Segen erbitten für die Herausforderungen der kommenden Woche. Sodann ein gutes Mahl genießen und sich dabei, wenn möglich mit Familie und Freunden austauschen. Gute und schöne Musik anzuhören vermag unsere Seele zu beruhigen, die durch unsere so laute und verwirrende Zeit aufgewühlt ist.  Und ein Spaziergang in der, gerade im Frühling so herrlichen Natur,  lässt uns Gottes leise und doch so überdeutliche Stimme in Seiner Schöpfung vernehmen. Wenn wir den Sonntag so begehen, dann werden alle Sonntage zu Gnadentagen werden, ähnlich dem heutigen, und wir werden allen Stürmen standhalten können, die unsere so glaubensarme Zeit mit sich bringt!

                                     

                                   Lasst uns erfreuen herzlich sehr, Halleluja,

                                   Maria seufzt und weint nicht mehr, Halleluja.

                                   Verschwunden sind die Nebel all, Halleluja,

                                   jetzt glänzt der lieben Sonne Strahl, Halleluja!

 

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