Hl. Severin - Vorbild für rechtes Handeln im Chaos einer zerfallenden Gesellschaft

08. Januar 2021
Quelle: Distrikt Österreich
Glasfenster im Neuen Dom zu Linz

Am 8. Jänner 482 starb im römischen Castellum Favianis an der Donau in der Provinz Noricum im heutigen Österreich etwa 70-jährig der heilige Severin. Seine Reliquien gelangten wenige Jahre danach nach Italien und werden heute in Frattamaggiore in Kampanien aufbewahrt. Er war Staatsmann, Einsiedler, Klostergründer und vor allem ein großer Helfer in der Not.

Von Eugippius ist uns ein schriftstellerisches Meisterwerk über Severins Leben erhalten, die Vita Sancti Severini. Eugippius lernte den hl. Severin in seinen letzten Lebensjahren kennen und war bei der Überführung des Leichnams im Jahr 488 nach Italien dabei. Die Tätigkeit Severins in der zerfallenden Gesellschaft des römischen Reiches war im höchsten, heroischen Maße karitativ, der Mann Gottes empfahl in den schweren Bedrängnissen mit Nachdruck zu den geistlichen Waffen des Gebetes und der Buße zu greifen.

„Geliebte Söhne in Christus …
Ich bin schwach, matt, mir fehlt die innere Glut jenes Großen; daher darf ich es nicht wagen, meinen schwachen Kräften solches zuzutrauen. Eines aber, was der Demut nicht widerspricht, kann ich tun: euch auf die Beispiele der Vorfahren verweisen; betrachtet ihren Tod, betrachtet die Kraft ihres Glaubens. Abraham, der vom Herrn berufen war, gehorchte im Glauben und zog so in ein Land, welches er zu eigen erhalten sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin. Folget also diesem seligen Patriarchen nach, in seinem Glauben, in seiner Heiligkeit, suchet nicht das Irdische, sondern nur euer himmlisches Vaterland.
Unser Gott ist denen nahe, die aufrichtigen Herzens sind. Die für Gott kämpfen, sollen nie ablassen von beharrlichem Gebet. Die Buße soll nicht scheuen, wer die Tat nicht scheute. Wenn ihr gesündigt habt, haltet nicht mit der Reue zurück, da der Zorn Gottes durch Tränen besänftigt wird und das Opfer, das ihm gefällt, ein zerknirschter Geist ist. Lasset uns also von Herzen still und demütig sein; lasset uns jede Sünde vermeiden und die Gebote Gottes stets beobachten.“

(Eugippius, Vita Sanci Severini)

Der hl. Severin ist neben dem hl. Maximilian von Lauriacum Diözesanpatron von Linz, sein Fest wird in den meisten Diözesen Österreichs am 8. Jänner oder (wegen der alten hohen Epiphanieoktav) am 19. Jänner begangen.